Bhagavad Gītā

Gemeinschaftliche Lektüre

Donnerstags 18:00 -19:30

Die Bhagavad Gītā ist die populärste spirituelle Schrift Indiens. Manche betrachten sie als den Guru, also den Lehrer schlechthin.

Es geht darin um unterschiedliche Wege der „Anschirrung“ (Yoga) an das Absolute, insbesondere um den Yoga der Erkenntnis (jñāna), den Yoga des Handelns (karma) und den Yoga der hingebungsvollen Verehrung (bhakti). Unterschiedliche Richtungen der indischen Philosophie bzw. Spiritualität haben – nicht immer widerspruchsfrei – Eingang in dieses Lehrgedicht gefunden, dessen Entstehung in die Zeit zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und 2. Jh. n. Chr. datiert wird.
Einige der vorgetragenen Lehren werden uns fremdartig vorkommen. Das ermöglicht aber auch, unsere eigene Gegenwart in neuem Licht zu sehen. Beispielsweise versteht die Gītā unter der spirituellen Realisierung seines Selbst (ātman) durch einen Bogenschützen im kriegerischen Kontext einer Kastengesellschaft etwas, das sich erheblich unterscheidet von jenem „Kampf um Aufmerksamkeit“ in einer entmaterialisierten Dienstleistungsgesellschaft, welche die Selbstvermarkter nötigt, ihr Selbst in immer kürzeren Abständen „neu zu erfinden“. 

Ergebnis einer gemeinsamen Lektüre könnte sein:

  • ein vertieftes Verständnis für das, was mit „Yoga“ gemeint sein kann;
  • ein Einblick in Grundzüge des Weltverständnisses von zwei Hauptschulen der altindischen Philosophie (Samkhya, Vedanta); 
  • eine Auseinandersetzung mit der „theistischen Wendung“, welche in der Bhagavad Gita empfohlen wird. Sie unterscheidet sich darin von a-personalen Formen der Spiritualität; 
  • ein differenzierteres Verständnis für einige zentrale Begriffe altindischen Denkens– insbesondere, wenn man bemerkt, wie unterschiedlich diese übersetzt werden. 
  • Als Ergebnis könnte sich einstellen die Einsicht in einige Essentials, die für Dich in besonderer Weise durch die Lektüre bedeutsam geworden sind. 
  • Von diesem oder jenem Vers kann man persönlich berührt, ja getroffen werden, was dann über ein intellektuelles Verständnis hinausgeht. 
  • Es wäre zu hoffen, dass wir Gelegenheit finden, eigene philosophische Erwägungen und Fragen, die sich an den Text anschließen, auszutauschen und damit das Verständnis des Textes vertiefen.

Ablauf

Es ist ein kleiner Kreis, der sich seit dem 23. September regelmäßig zum gemeinschaftlichen Lesen trifft. Wenn Du noch dazu kommen möchtest, melde Dich bitte vorher bei Christoph Müller, siehe unten unter „Formales“.

Zu Beginn und/oder am Ende jeder Sitzung findet gelegentlich eine kurze Meditation statt.

Voraussetzungen

Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wohl aber die Bereitschaft, den Text zu lesen und sich einzubringen. Wer hinzukommen will, setzt sich bitte mit Christoph Müller (siehe unten) in Verbindung.

Textgrundlage

Bhagavad Gītā. Der Gesang des Erhabenen. Aus dem Sanskrit übersetzt und herausgegeben von Michael von Brück. Verlag der Weltreligionen, Frankfurt a.M. 2007. Diese Ausgabe enthält eine allgemeine Einführung sowie zu jedem Kapitel eine Einleitung. Diese Einleitungen können gut als Hilfe zur Vorbereitung einer Sitzung dienen.
Weitere Übersetzungen/Ausgaben können bei Bedarf herangezogen werden und werden bei Gelegenheit vorgestellt. 

Formales

Zeit: Jeweils donnerstags 18:00 Uhr bis 19.30 Uhr
Beginn: Donnerstag, 23. September 2021
Ort: Yogaraum des Sangat
Kosten: Beteiligung an der Raummiete. Die Miete beträgt z.Zt. 70 Euro pro Monat.
Corona: GGG-Regelung
Anmeldung und Nachfragen: Christoph Müller,
Mail: molinarius@web.de
Tel.: 0721 / 9614275.